Landwirtschaft

In der durch Gipskuppen und Erdfälle, hügelige Grünlandflächen, weitläufige Auslaugungstäler und schroffe Felsformationen geprägten Gipskarstlandschaft entstand im Laufe der Zeit ein kleinteiliges Mosaik aus Weide- und Ackerland, Streuobstwiesen und Waldbeständen.

Die flachgründigen Böden mit teils stark ausgeprägtem Relief machen intensiven Ackerbau schwierig und führten zu einer extensiven Weidetierhaltung. Dadurch ist der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit fast 30 % für Südniedersachsen sehr hoch. Rund ein Drittel dieses Dauergrünlands ist als geschütztes mesophiles Grünland eingestuft. Durch seinen Artenreichtum ist es besonders wertvoll, benötigt aber auch eine angepasste Bewirtschaftung, beispielsweise durch eine extensive Beweidung oder Mahd.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führte auch in der Hotspot-Region in den letzten Jahren zu einer kontinuierlichen Abnahme von Betrieben, die Weidetiere halten. Immer mehr artenreiche Grünlandflächen werden aufgegeben und verbrachen. Diese Entwicklung ist sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für den Naturschutz besorgniserregend.

Zwischen Tradition und Zukunft

vielfältige Landnutzungs-traditionen

Auf Grundlage der naturräumlichen Gegebenheiten wie Klima, Relief und Boden hat der Mensch durch vielfältige Landnutzungstraditionen über Jahrhunderte hinweg die heutigen Landschaften geformt. Die Südharzer Gipskarstregion ist eine Kulturlandschaft, die besonders durch eine extensive Weidewirtschaft geprägt wurde.

Durch Gipskuppen und Erdfälle geprägte Grünlandflächen, weitläufige Auslaugungstäler und schroffe Felsformationen formen heute ein kleinteiliges Mosaik aus Weide- und Ackerland, Streuobstwiesen und Waldbeständen.

Durch die geologischen Voraussetzungen ist der Grünlandanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit fast 30 % für Südniedersachsen sehr hoch. Rund ein Drittel dieses Dauergrünlands ist als geschütztes mesophiles Grünland eingestuft. Durch seinen Artenreichtum ist es besonders wertvoll, benötigt aber auch eine angepasste Bewirtschaftung, beispielsweise durch eine extensive Beweidung oder Mahd. Mehr als die Hälfte aller Pflanzenarten in Deutschland leben auf Grünland und viele Tierarten sind direkt oder indirekt an Wiesen und Weiden gebunden.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft führte auch in der Hotspot-Region in den letzten Jahren zu einer kontinuierlichen Abnahme von Betrieben, die Weidetiere halten.

Bis ins späte 19. Jahrhundert war es in den Dörfern ganz normal, dass fast jede Familie Rinder, Schafe oder Ziegen hielt. Diese wurden vom Dorfhirten gemeinsam auf die Weiden geführt und gehütet.

Seit vielen Jahrzehnten nimmt die Anzahl der Tiere auf den Weiden ab. Die Gründe hierfür sind vor allem die hohe Arbeitsbelastung und die damit einhergehende geringe Wirtschaftlichkeit der Weidetierhaltung. Die ertragsschwachen, meist artenreicheren Standorte wurden teilweise ganz aufgegeben.

Aufgrund des hohen Altersdurchschnitts der landwirtschaftlichen Betriebsleiter:innen erhöht sich die Gefahr, geeignete Akteur:innen für die extensive Weidetierhaltung dauerhaft zu verlieren. Allein in den sieben Jahren von 2015-2022 nahmen die Tierbestände an Milchkühen, Mutterkühen und Schafen um rund 18% im damaligen Landkreis Osterode am Harz ab.

Weidetierhaltung & Weidelandverbund

  • Beratung zu Agrarumwelt- und Naturschutzmaßnahmen
  • Investitionen in die Weidetierhaltungsinfrastruktur (z. B. Einzäunung, Fang- und Behandlungsstand)
  • Betriebswirtschaftliche Beratung von Betrieben mit extensiver Weidetierhaltung
  • Beratung zu Biodiversitätsmaßnahmen vom Hof bis in die Feldflur
  • Verbindung extensiv genutzter Flächen (z. B. mittels Flächentausch oder langfristiger Pacht)
  • Fachliche Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen

Sie haben Fragen, Beratungs- oder Unterstützungsbedarf, Ideen oder fachlichen Rat? Kontaktieren Sie uns gerne und agieren Sie mit uns gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung der Region!

Neue Chancen für Betriebe & Natur

Durch das Hotspot-Projekt werden den Betrieben konkrete Chancen und Perspektiven aufgezeigt, eine extensive Bewirtschaftung aufrechtzuhalten. Wir unterstützen Landwirt:innen dabei, die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen zu sichern. Ein Beispiel ist die Verbesserung eines Weidelandverbundes, wodurch die Beweidung der Flächen vereinfacht wird. Gleichzeitig fördern wir so die Verbindung wichtiger Grünlandlebensräume. Ergänzend dazu wird der Biotopverbund durch neue Biotopstrukturen wie Hecken und Wegraine ausgeweitet.

Kennarten des Mesophilen Grünlands

Blühende, artenreiche Wiesen und Weiden sind wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen, Insekten und teils seltene Tierarten. Dauergrünlandflächen, die regelmäßig, aber extensiv bewirtschaftet werden, zeichnen sich durch eine besonders hohe Blütenvielfalt aus. Eine schonende Nutzung ohne Umbruch, intensive Düngung, frühe oder häufige Schnitte und ohne starke Entwässerung oder hohe Weidebelastung wird in der heutigen Zeit seltener, artenreiches Grünland geht zunehmend verloren.

Um dem entgegenzuwirken, wird artenreiches Wirtschaftsgrünland gefördert – nach dem Prinzip: „Es zählt, was bunt blüht!“ Eine einfach anwendbare Methode mit 32 landesweit einheitlichen Kennarten erlaubt die Bewertung der botanischen Vielfalt. Diese Arten dienen als Bioindikatoren für verschiedene Grünlandtypen in Niedersachsen und wurden so ausgewählt, dass auch Laien sie gut erkennen können.

Grünland-Kennarten

Logo: Gefördert durch: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
Logo Bundesamt für Naturschutz
Logo Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Logo Landkreis Göttingen
Logo Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Logo BINGO! Umweltstiftung Niedersachsen

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